Ein ungewöhnlicher Kürbis in der Schwanebecker StraßeMietergärten machen nicht nur den Anwohnern FreudeAxel Witte wohnt in der Schwanebecker Straße, und er wohnt im Grünen. Rings um die gepflegten Häuser aus den 80-er Jahren haben sich die Mieter der Wohnungsbaugenossenschaft Halberstadt (WGH) kleine Gärten angelegt, an der Hauswand säuseln die Blätter einer riesigen Weinpflanze und vor der Haustür reckt sich eine Tanne bis in den dritten Stock. Am Gehweg stehen mannshohe Sonnenblumen und dutzende Rosenbüsche, die Ida Hornig – eine 84-jährige Dame – liebevoll pflegt. Die gärtnerische Passion ihres Nachbarn Axel Witte gilt dem Gemüse, genauer dem Kürbis. 11,50 Meter misst seine Pflanze, die sich – typisch für einzeln Aufwachsende – der ungeteilten Zuwendung ihres Ziehvaters erfreut. Im April setzte der Rentner einen Kürbiskern an und zog ihn auf dem Fensterbrett zur Größe von 25 cm heran. „Kürbisse mögen es warm, deswegen habe ich die Pflanze erst kurz nach den Eisheiligen vor die Tür gesetzt“, erzählt Axel Witte. Der ehemalige Kriminalist wählte einen sonnigen Platz zwischen den Häusern, und in den nächsten vier Monaten wuchsen in der Schwanebecker Straße die Kürbisse heran. Erst drei, nach einem dreisten Diebstahl, „der mich wirklich sehr geärgert hat“, noch zwei große Fruchtkörper. Das Spitzenexemplar brachte es auf runde 55 cm Durchmesser. „Das Geheimnis“, verrät Axel Witte, „liegt in der Konzentration auf wenige Früchte.“ Quertreiber wurden konsequent beseitigt, außerdem halfen ausreichend Sonne, zahlreiche Liter Wasser sowie der passende Dünger. Nach der Ernte des großen Kürbis, radelte der 60-jährige zum Käthe-Kollwitz-Gymnasium. „Ich wollte den Kürbis der Schule schenken.“ Die Idee dazu kam Axel Witte aus alter Verbundenheit: „Früher bin ich täglich am „KäKo“ mit meinem Hund Gassi gegangen“. In der Schule nahm man den Kürbis gern an, dessen Bestimmung sich auf der Fruchtbar des Ganztagsschulbereiches erfüllen sollte. „Wir zerlegen ihn mit den Kindern und bieten das Fruchtfleisch als Erfrischung an“, umreißt Lehrerin Petra Sedlmayr das nahe Ende des prächtigen Gemüses. Sie fände es schön, wenn sich weitere Gartenfreunde dem Beispiel Axel Wittes anschließen würden. „Dann könnten wir den Schülern öfter frisches Obst spendieren.“ Axel Witte ist mit der positiven Resonanz auf seinen Kürbis zufrieden. „Das zeigt, dass sich nicht nur die Nachbarn über unseren „Grünen Daumen“ freuen.“ |
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, 03. August 2009 um 20:00 Uhr |